pfeil "König der Löwen" ist Publikumsliebling
Schwäbische Zeitung; Tettnang (23.11.2008)
 

Wenn die Musikkapelle Brochenzell spielt, dann muss man einfach hin. Da trotzen die Brochenzeller selbst Wind und Schnee. Beim Herbstkonzert am Samstagabend wurden sie dafür mit hervorragender Blasmusik belohnt. Der Gäste Musikwunsch war den Musikern Befehl. Favorit: der „König der Löwen“.

Brochenzell (wie) Zum Wunschkonzert für die Gäste haben die Brochenzeller Musikantinnen und Musikanten ihr Herbstkonzert gemacht. Nicht nur sorgten sie mit brillanter Blasmusik für einen herrlichen Erfolg, sondern schufen damit zugleich ein Polster für den Kauf von Instrumenten. Denn: "Ein guter Musikant braucht ein gutes Handwerkszeug", erklärte der Vorsitzende Franz Reiser. Und wie gut die Musikanten sind, bewiesen sie mit jedem Stück.

Zuvor aber war die Jugend an der Reihe und überraschte den Saal mit dem Programm aus dem Wertungsspiel, zu dem sie vergangene Woche bei den "BW-Musix" der Bundeswehr auf der Messe "My Music" in der Höchststufe angetreten sind. "Wir fühlten uns wie Gipfelstürmer auf einem langen Weg", beschrieb Mareike van Elsacker die große Prüfung. Was anfangs beschwerlich gewesen sei, habe schlussendlich eine große Dynamik musikalischer Prozesse in Gang gesetzt – dank Claus Furchtner, der damit bewiesen hat, was in den jungen Musikanten steckt. "Vesuvius" von Frank Ticheli und den "Symphonic Dance No. 3" hatten sie zu bieten. Die "Fantasy Jubiloso" samt Trompeten- und Tenorhornsolisten gab es gleich noch oben drauf. "Auf 350 Mitglieder können wir in Brochenzell bauen", freute sich der Vorsitzende Franz Reiser, "und die scheinen alle gekommen zu sein. So wie die Ehrenmitglieder Hans Denner, Josef Fink und Otto Gengenbacher, der sich als ältestes Mitglied kein Herbstkonzert entgehen lässt". Ihr Musikantenherz und das der Gäste ließ die Kapelle beim "Barbier von Sevilla" höher schlagen, der das Holzregister forderte. Herzklopfen ebenso bei der Geschichte der "Tiroler 1809", dem Blasmusikklassiker für größten Hörgenuss. Johann Strauß Kaiserwalzer erklang und auch die "West Side Story" von Leonard Bernstein, mit der er Romeo und Julia nach New York verlegte.

Mit Jerry Gray & Edgar de Langes "String of Pearls" huldigten die Musiker bekannten Größen des Swing, mit einer glänzenden Vorstellung der Saxophone und einem anspruchsvollen Trompetensolo von David Paul. "Der König der Löwen" von Calvin Custer war der meist gewählte Wunsch der Gäste, der Klarinetten und Flöten herausforderte. Besonders Julia Sauter, die für die Gäste in der Ouvertüre die Sonne aufgehen ließ. "Für jeden Schlagzeugstudenten ist die Tell Fantasie ein Muss", erklärte Moderator Josef Locher und präsentierte stolz "den Landes- und Bundessieger in eigenen Reihen – Michael Vogler". Der ließ die Gäste beim atemberaubenden Sturm der Töne am Xylophon staunen. "Und nun endlich", so Locher, "der Polkazauber", der einst für das erfolgreichste Blasorchester der Welt geschrieben worden ist, für die Egerländer Musikanten und Ernst Mosch.

Nach großem Programm hieß es: Dankeschön an alle Helfer, Musikanten und Dirigenten. Dirigent Heinrich Haas Daumen zeigte nach oben. Der Applaus der Gäste gab ihm Recht.

Quelle: http://szon.de/lokales/tettnang/meckenbeuren/200811230289.html

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